Oh Schreck, eine Maus ist weg
27. Juli 2010 | Von Helmut | Kategorie: Hier tobt das reale LebenUrlaubszeit ist eine schöne Zeit. Besonders wenn man selbst im Urlaub ist. Leider geht jeder Urlaub mal zu Ende und dann heißt es fremde Wohnung hüten, fremde Blumen gießen, fremde Briefkasten leeren und dieses Jahr auch noch: fremde Mäuse hüten. Nicht nur, dass Enkelkindchen ein paar davon hat. Nein, sie hat auch noch ein Pärchen von Ihrer Freundin in Obhut genommen, bevor sie selber mit Ihren Eltern für ein paar Wochen das Weite suchte. Streng getrennt nach Geschlecht und Sippe flitzen sie jeden Tag in mehreren Käfigen vor uns herum und freuen sich immer riesig, wenn wir kommen.
Gestern war aber große Ruhe, als wir sie wieder zur täglichen Fütterung besuchten. War vielleicht etwas zu früh, denn erst bei näherem Hinsehen entdeckten wir, dass sie schlafen. Aber irgendetwas stimmte nicht. Ein Käfig war leer und in einem anderen fehlte auch ein Wüstenrenner. Erst beim zweiten Blick konnte man erkennen, dass die Futterklappe an zwei Käfigen nicht mehr richtig verschlossen war. Da muss wohl die Liebe zur Freiheit größer als die Klemmkraft dieser Futteröffnungen gewesen sein.

Der zweite Ausreißer ist wieder in guten Händen
Während wir noch etwas verdutzt dastanden, sah ich plötzlich zwischen Wand und Schrank einen Ausreißer hervorblinzeln. Ob er uns an- oder auslachte konnte ich nicht unterscheiden. Ein Fingerzeig und ein kurzer Satz zu meiner Frau und sie schaute mich jedenfalls ganz mitleidig an. Wie so oft, glaubte sie mir natürlich nicht. Aber dann sah sie doch auch, was ich sah und mit einem beherzten Griff konnte sie den Ausreißer packen, bevor er wieder verschwand. Für die Wahl des Käfigs blieb nicht viel Zeit und sie entschied sich für den Käfig der Freundin unseres Enkelkindes. Da die Wiedersehensfreude recht groß war und die beiden sich nicht gleich behopsten und auch nicht bekämpften, nahmen wir an, dass die Wahl sowohl nach Geschlecht als auch nach Sippe wohl richtig war.
Die zwei anderen Ausreißer konnten wir trotz langer Suche allerdings nicht finden. Wir gingen also erstmal nach Hause und überlegten, was zu tun sei. Bewaffnet mit mehreren Ersatzkäfigen und einen Haufen Grünfutter fuhren wir dann nochmal in das Mäuseparadies. Wir wollten in jedem Raum ein kleines Nest einrichten und Futter auslegen, damit der fehlende Ausreißer nicht verdurstet und verhungert. Soweit kam es dann aber erstmal nicht. Wir hatten beim Verlassen des Hauses alle Türen verschlossen. Als wir jetzt wiederkamen öffneten wir Tür für Tür und untersuchten den Raum. Beim Öffnen eines Zimmers im Obergeschoß blickte uns mit einem Mal ein kleines schwarzes Ding ganz erstarrt an. Wir starrten nur kurz zurück und dann packte meine Frau blitzschnell auch den zweiten Ausreißer und setzte ihn in den anderen Käfig zurück. Jetzt fehlte nur noch eine kleine süße Wüstenrennmaus. Trotz intensiver Suche mit Möbelrücken und auf den Knien durch den Raum rutschen, hatten wir keinen Erfolg. In der Hoffnung, am nächsten Tag durch fehlendes Grünfutter oder unordentliche Anordnung ausgelegter Knabberkerne einen Hinweis auf den Aufenthaltsraum zu erhalten, verließen wir das Haus, nachdem ich zur Sicherheit die Schließbügel der Käfige noch etwas nachgebogen hatte, um erneute Ausreißversuche zu verhindern. In der Nacht träumten wir dann von sich versteckenden und vermehrenden Mäusen.
Heute, am dritten Tag der Suche, betraten wir das Haus in der Hoffnung, endlich auch eine Spur der dritten Maus zu entdecken. Die Küche war ohne Spuren, das Wohnzimmer auch. Doch halt. Gerade wollten wir das Zimmer wieder verlassen, da sah ich etwas von links nach rechts unter das Sofa flitzen. Endlich! Nun mußten wir nur noch etwas Futter hinhalten und das Wüstenrennmäuschen näherte sich fast freiwillig der fangbereiten Hand meiner Frau. Es war wohl nicht der Hunger, der sie trieb sondern wohl eher der Durst, denn der Tapete fehlten schon einige Quadratzentimeter. Da war das Grünfutter wohl doch sehr verlockend und so konnten wir auch den letzten Ausreißer endlich wieder in einen Käfig zurücksetzen. Nachdem wir uns dann noch eine Weile die possierlichen Tierchen beim Rumflitzen, Papierrollen knabbern und Radrennen beobachtet haben, gingen wir erleichtert nach Hause. Nun hoffen wir, das wir keine neue Überraschung erleben, wenn wir noch die nächsten Wochen zur Fütterung kommen. Nicht auszudenken, wenn wir die Tierchen verwechselt haben.
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Hallo Helmut,
so ähnlich habe ich mich gestern auch gefühlt, nachdem zu meinen eigenen Kindern auch noch die von einer Freundin in gleicher Anzahl und ähnlichem Alter kamen. Wir wollten nur eine Kleinigkeit in der Stadt trinken gehen, bis ihr Mann bei Klaus fertig war. Dann fiel ihr ein, dass es geschickter wäre, wenn sie schnell das Auto herholt, dass quasi am anderen Ende der Stadt stand. Na ja, kann ja nicht viel schief gehen, bei dem Biergarten ist ein Spielplatz mit dabei und 5 der 6 Kinder spielen ganz brav. Dachten wir, taten sie aber nur solange, bis meine Freundin um die Ecke verschwand. Mein Kleiner fing dann an zu weinen und plötzlich fehlten 4 Kinder !! Zum Glück fand ich sie dann bei der Getränkeausgabe, wo sie gerade von der Bedienung Lollies erbettelten. Als meine Freundin zurückkam saßen wieder alle friedlich im Sandkasten, nur essen wollten sie (verständlicher Weise) nichts mehr. Sie hatten ja schon genug Lollies gegessen.
Ich wünsche euch eine schöne Zeit
Heike
Hallo Heike,
das ist ja toll, wie Du mich hier gefunden hast. Ich dachte, Ihr seid schon im Urlaub. Viele Grüße nach Aalen und gib Bescheid, wenn Du eine eigene Webseite hast (falls trotz der Kinder mal die Zeit dazu ist). WordPress ist wirklich einfach installiert und läßt sich noch einfacher bedienen. Und vor Allem: Es ist absolut kostenlos. Man benötigt nur etwas Platz im großen virtuellen Netz der Welt.